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Nach nur 5 Stunden Schlaf nach unserer Rückkehr aus Montabaur packten wir schon wieder unser Zeugs zusammen, um nun im Wagen von Denise Opa, da der Benz ja weiterhin mit einem Motorschaden irgendwo im Siebengebirge stand, und in Christians Auto die Reise ins niederrheinische Weeze anzutreten. Dort sollte uns das große Rock and Bike – Festival auf dem Flughafen Laarbruch erwarten, dass aus mindestens 3000 Zuschauern bestehen sollte. Unser Auftritt stand für 13:30 Uhr auf dem Plan. Die Fahrt dahin sollte sich jedoch auch nicht ganz so einfach gestalten. Über die Autobahnen fahrend lief alles soweit gut, so dass wir gut in der Zeit lagen und dachten „zum Glück nicht der gleiche Scheiß wie gestern“ – doch zu früh gefreut. Als wir die ersten 8 km Landstraße hinter uns hatten und links Richtung Kaevelar abbiegen wollten, streikte die Gangschaltung von Denise Auto. Der Hebel war locker und an Schalten war nicht mehr zu denken. Da standen wir nun – mitten im Weg. Prost. Anscheinend verfolgte uns wohl das Schicksal. Fragen wie „will eine höhere Macht uns an unserer Karriere hindern?“ kamen, wohl irgendwie auch berechtigt, auf. Wir schoben den Wagen rechts auf den Gehweg und während Christian und Matthias vorfuhren, um die ersten Sachen zum Festivalgelände zu bringen, warteten Denise und ich auf den ADAC-Abschleppdienst. Der kam auch recht bald und erzählte uns irgendwas von 180 Euro und er wüsste auch nicht wo die nächste Werkstatt ist und offen hätten die eh nicht mehr. HALLO? WOFÜR ZUR HÖLLE SIND DIE GELBEN ENGEL EIGENTLICH DA, WENN SIE VON NIX AHNUNG HABEN? Wie auch immer. Nach einigem Blabla brachte er uns dann zur nächsten Tankstelle, wo wir glücklicherweise auf einen Typen trafen, der seine Werkstatt direkt um die Ecke hatte und somit schleppte uns der ADAC, dem Typen hinterherfahrend, dorthin. Die Blicke von dem Fahrer zu Denise rüber auf der Fahrt sprachen Bände und ich dachte schon, ich wüsste wie er antworten würde, wenn es um die Frage der Bezahlung ginge. Zum Glück ließ er mit sich verhandeln und gab sich mit 30 Euro zufrieden, die Denise von einer Sparkasse holte. Dazu musste sie mit einem Typen aus der Werkstatt dorthin fahren, jedoch war dies das kleinere Übel, als sie bei diesem komischen ADAC-Fritzen zu lassen, der sie danach noch zur „ADAC-Beratung zur Mitgliedergewinnung“ in seinen Wagen holte. Ein Auge von mir war allerdings ununterbrochen darauf gerichtet. Die Herren in der Werkstatt waren supernett und mittlerweile hatten sich Christian und Matthias gemeldet, dass sie einen Pick-up von den Rockern auf dem Festival geliehen bekommen haben, um die Sachen aus dem sich mittlerweile auf der Rampe befindenden Kombi zum Gelände zu holen. Die Stange zum Getriebe war gebrochen – wow, hat Denise Kraft – aber die Jungs von der Werkstatt meinten, dass könnten sie schweißen... also warteten wir. Mittlerweile war 12:45 und wir hätten mit dem Aufbau auf der Bühne beginnen müssen. Christian und Matthias ließen auf sich warten. Denise und ich packten, als der Wagen kurzzeitig von der Rampe genommen wurde, die Sachen aus dem Auto und stellten sie vor den Werkstatteingang. Ich packte meine Gitarre aus und verspielte mir die Zeit. Christian und Matthias tauchten auf einmal an der Strasse auf und fuhren natürlich prompt an der Werkstatt vorbei und ich rannte wie ein Volltrottel hinter dem Wagen hinterher. Irgendwann merkten sie es und kamen zur Werkstatt. Wir luden die Sachen auf und uns wurde gesagt, dass in ca. 20 Minuten der Wagen wieder laufen würde. Es war nun 13:15 Uhr und in einer viertel Stunde hätten wir auf der Bühne stehen müssen, jedoch sagten unsere Rhythmus-Jungens schon, dass der Veranstalter bereits sauer sei, weil sich alles verschiebe. Vielleicht unser Glück??? Wir kratzten unser letztes Geld zusammen und beschwichtigten den Werkstattbesitzer mit 50 Euro. Glimpflich weggekommen machten wir uns nun, um 13:40 Uhr, auf den Weg zum Festival. Der Wagen hielt. Der Pick-up nicht. Fast verfahren fuhr Christian auf einmal rechts ran und als wir hinter ihm hielten, roch es verdächtig nach Geschmortem. 5 km mit gezogener Handbremse zu fahren ist wohl nicht das Optimum. So schlimm war es dann wohl doch nicht und somit fuhren wir weiter – in die richtige Richtung. Endlich auf dem Gelände angekommen, es war jetzt circa 14 Uhr, suchten wir den Veranstalter, doch bevor wir ihn fanden, wurden wir schon zur Bühne 2 geschickt – „Haut rein – ihr seid gleich dran!“ – Na geil, Hektik! Wir fuhren sofort über das riesige Gelände zur Bühne, als wir erschraken, wie wenig Leute hier waren. Vor der Bühne 1 standen vielleicht gerade mal 50 Leute. Wir bauten umgehend auf und nach kurzem Soundcheck und schnellem hinterm Auto umziehen, fingen wir schon an zu spielen, obwohl gerade mal vielleicht 15-20 Leute vor der Bühne standen, auf einem Platz, wo 3000 hätten stehen können. Tolle Open-Air-Probe! Sound war gut, Bühne war gut, aber leider kaum Publikum. Den anderen Bands ging es nicht viel anders, außer vielleicht den „Dirty Deeds“ und „Die Happy“, die aber beide von dem Bandcontest ausgeschlossen waren. Backstage bekamen wir Brötchen und Getränke ohne Ende. Das machte das Ganze dann doch um einiges erträglicher und da den ganzen Tag über die Sonne schien, konnte man sich auch gut auf dem Gelände aufhalten und der ein oder anderen Band lauschen. Wir haben viele Leute getroffen, mit denen wir über unsere Musik sprachen und haben viel positive Resonanz erfahren, speziell auch durch Jessy und Sepp – wir grüssen Euch – die viel Zeit mit uns an diesem Tag verbrachten. Die Entscheidung des Bandcontests wurde bis zum Erbrechen rausgezögert und somit warteten wir insgesamt bis 2 Uhr in der Nacht. Mittlerweile war es auch recht kühl und mit lediglich einem T-Shirt bekleidet wurde es doch recht unangenehm. Die Stripshow war noch recht gut besucht und Denise reckte schon recht häufig ihren Kopf bei dem Man-Strip. Die Plätze 1 bis 3 wurden vergeben und wir waren leider nicht darunter. Hierzu muß man erwähnen, dass Platz 1 eine Band bekommen hat, die nach „Die Happy“, also dem Headliner, spielen durfte und somit ein größeres Publikum hatte. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass „Die Happy“ eine feste Zeit im Vertrag stehen hatten und sich der Contest um eine Stunde verzögert hatte. Wie auch immer, waren es halt leider unfaire Verhältnisse, wobei natürlich nicht feststeht, auf welchem Platz wir von den 10 zu vergebenen tatsächlich gelandet waren. Total übermüdet traten wir nun die Rückreise an und brachten die Instrumente noch schnell in den Proberaum zurück. Es war zum Teil ein lustiger Tag, aber sehr anstrengend und leider hatte dieser auch hier und da einen bitteren Beigeschmack. Vielleicht wird es ja nächstes Jahr besser und dann hoffen wir auch, wieder dabei sein zu dürfen. Alex Thunder Martin The Mystery
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